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Nr. 046
Do. 15.06.2006

Do. 15.06.2006

Güterhallen in der Solinger Südstadt

Güterhallen

Seit Anfang März 2006 war die kommende Veranstaltung der Öffentlichkeit bekannt:

_GÜTERHALLENFEST
am Freitag 16. und Samstag, den 17.06.
"48h rund um Kunst"
Eröffnung des Cafes "_StückGut"

Das Programm sollte per Einladung folgen - Fehlanzeige.
Die Regionale 2006 wirbt auf ihrer Seite:
Güterhallenfest: Wir sind so weit 16. - 18. Juni 2006
Die Künstler der Güterhallen laden nach Abschluss der Umbauarbeiten ein zum Staunen und zur Entspannung. In den Ateliers und auf dem Außengelände erwarten Sie Kunst und Musik, Kino und Gespräche, Aktionen für Kinder und Erwachsene, Anregendes für Kopf und Bauch.

Zum Ausgleich gab es im Solinger Tageblatt zeitnah heute diesen aufschlussreichen Bericht:

Künstler feiern auf einer Baustelle

Morgen findet das vierte Güterhallenfest statt. Richtig glücklich ist der Künstlerverein nicht darüber: Denn die Arbeiten im Südpark dauern viel länger, als geplant war.

Es hätte so schön sein können: Bei der vierten Güterhallenparty sollten sich am Freitag eigentlich 16 Künstler in fertigen Ateliers und Wohnungen präsentieren. So hatten es der Künstlerverein und die Sanierungsgesellschaft südliche Innenstadt geplant.

Doch die Realität im Südpark sieht anders aus. Die Absprache war: Die Stadt saniert den Rohbau der Güterhallen, die Künstler übernehmen den Innenausbau der Atelier- und Wohnparzellen. Doch vor allem der lange Winter sorgte für Verzögerungen. Auch dass Rohbau- und Innenarbeiten parallel liefen, scheint sich ungünstig ausgewirkt zu haben. Die ganze Künstlerkolonie sieht immer noch wie eine Baustelle aus.

So musste Objektkünstler Peter Amann letzte Woche im Rohbau einziehen. Er hatte seine alte Wohnung und seine Werkstatt bereits gekündigt. Anderen sei es ähnlich gegangen. Amann wirft der Sanierungsgesellschaft vor, zögerlich gehandelt zu haben. So seien die Lagerungsboxen, die den Künstlern draußen zur Verfügung stehen, immer noch nicht fertig. Ein Graben vor der Rampe, die sich an der Halle entlangzieht, verhinderte bis vor kurzem die Anlieferung schwerer Gegenstände. Jetzt setzt uns die Situation stark unter Druck. Dass die Künstler das Fest organisieren sollen, findet er schwierig: Wir können ja nicht einmal unsere Räume vorzeigen.

Bei Mönie Quarch und Michael Boeck ist zwar der Innenausbau weiter, aber die Rampe marode. Sie geben zu bedenken: Viele von uns konnten monatelang kaum künstlerisch arbeiten. Trotzdem stehe im Juli die erste Miete an, neben Umzugs- und Renovierungskosten.

Natürlich würden alle lieber entspannt Kunst in fertigen Räumen zeigen, sagt Régis Noël, Sprecher des Künstlervereins. Trotz Verständnis für Sorgen und Nöte betont er: Wir dürfen nicht das Endziel aus den Augen verlieren. Die Stadt und die Sanierungsgesellschaft hätten den Künstlern einen Porsche geschenkt: Wir können jetzt bloß nicht fahren, weil die Blinker fehlen. Das sei ärgerlich, aber kein Grund für Schuldzuweisungen: Wir brauchen eine faire Lösung. Noël meint aber, dass es ein Fehler war, den Zeitvorgaben der Stadt zuzustimmen: Wir hätten früher sehen müssen, dass es nicht hinhaut.

Die Künstler empfänden sich als Seele des Südparks. Gerade dieser Idealismus lasse, im Vergleich zum derzeit Machbaren, Emotionen kochen. Dabei werde sicher ein schönes Kunstzentrum entstehen: Zumal jetzt auch Galerie SK und Artothek mit im Boot sind. Das zu demonstrieren, sei Sinn des Festes: Wir stellen auf der Rampe aus.

Auch Vera Rottes, Geschäftsführerin der Sanierungsgesellschaft, will keinem den Schwarzen Peter zuschieben. Der Winter und parallel laufende Arbeiten haben Probleme verursacht. Man verhandele aber schon, um Lösungen zu finden. Die anstehende Übergabe soll nicht zu Lasten der Künstler gehen.

Das Fest zu verschieben, sei keine Option gewesen: Es war in zu vielen Publikationen angekündigt. Und, so Rottes, es sei doch schön, dass die Bürger sich eine Vorstellung machen können, was die Güterhallen mit ihren 16 Mietern in der Summe darstellen werden. Bis Anfang der Woche standen noch nicht alle Namen fest.

Rampenfest im Südpark: Ab 17 Uhr geht es los, Live-Band Tuf (Reggae) von 20 bis 22 Uhr, Samstag: Jazz mit Tom Biermann 11 bis 13 Uhr, DJs Kala und Guido von 17 bis 22 Uhr.

Von Peter Joerdell
15.06.06

Vierte Güterhallenparty?

  1. 18.06.2004 - Solingen 24h LIVE - FöRDERVEREIN GÜTERHALLEN e.V
  2. 11.03.2006 - Übernahme-Party
  3. 06.05.2006 - "Südpark live" - Eröffnungsfest südliche Innenstadt

In diesem Zusammenhang erinnere ich an die bemerkenswerte Verstaltung aus dem Jahre 2003: Das letzte Kleinod :: Stückgut"


Mi. 14.06.2006

Rätselhafte Straßenflucht in Solingen

Postkarte aus dem Hause Wilhelm Fülle, Barmen. Klick auf das Foto führt zu einer größeren Abbildung.

Wer kann diese Häuseransicht zuordnen? Bin gespannt auf die Antworten. Die Straße gibt es auch heute noch.

Mi. 21.06.2006 - Nachtrag
Bisher erreichten mich drei hilfreiche Antworten.
Mo. 03.07.2006 - Nachtrag
Erste Auflösung

Di. 13.06.2006

Fundsachen

Wenn ich morgens die Zeitung aufschlage, dann frage ich mich immer häufiger: Mit welchen Dingen beschäftigen sich eigentlich unsere gewählten Volksvertreter?

Ein Beispiel, Solinger Tageblatt, Di. 13.06.2006:

Ärger um Bordellwagen

Wegen Brückenpark: Remscheider Politiker erregt

(schatt) Was geschieht mit den silberfarbenen Wohnwagen, die als Bordellbasis in der Nähe des Brückenparks Müngsten benutzt werden? Die Remscheider WiR-Fraktion hatte jüngst Remscheids Oberbürgermeisterin Beate Wilding und Harry Beierlorzer, den Geschäftsführer der Agentur Regionale 2006 angeschrieben, der für die Verwirklichung des Brückenparks verantwortlich ist.

Angesichts des großen finanziellen Aufwands für den Brückenpark als Visitenkarte der Region seien die Bordellwagen dort nicht zu akzeptieren. Sven Wiertz, Sprecher der Remscheider Oberbürgermeisterin, hat sich die Park-Position der Bordellwagen zusammen mit Henry Beierlorzer angesehen. Die stehen auf Wuppertaler Gebiet, teilte er mit. Ordnungsrechtlich sei die Stadt Remscheid also nicht zuständig. Wiertz verwies auf die Regionale-Agentur in Wuppertal, die für die bergische Zusammenarbeit steht.

Deren Pressereferentin Annette Kolkau kann aber keine Verbindung zwischen den Bordellwagen und dem Brückenpark erkennen: Die waren doch schon immer da. Man wolle keine Grundsatzdiskussion über die Prostitution führen. Die Wohnwagen hätten mit dem Brückenpark nichts zu tun und stünden da eben auch nicht, so die Regionale-Sprecherin.

Die silberfarbenen Wohnwagen standen mitnichten schon immer auf dem Parkplatz am Ende der L74 und seit Montag (12.06.2006) haben die Damen ihre Erregungsstätte in Richtung Wuppertal verlegt. Schade, Müngsten verliert damit einen bewachten Parkplatz. Und bevor die Remscheider Politiker Detektive beauftragen, die Silberlinge stehen neuerdings auf dem Parkplatz Burgholz, Fahrtrichtung Vohwinkel - Kohlfuhrt.

Mi. 14.06.2006 - Nachtrag
Angeblich hat die Stadt Wuppertal ein Machtwort gesprochen.

Und da wir schon in Müngsten sind, noch eine bemerkenswerte Nachricht aus gleicher Totebaumausgabe:

Neue Filiale in Solingen

"Brückenpark"-Architekt plant nun RheinPark

(kc) Das Berliner Landschaftsarchitekturbüro "Loidl" hat in Solingen eine Filiale aufgemacht. Gesellschafter Lorenz Kehl teilt sich das Büro mit der jungen Filmemacherin Yvonne Dobrodziej im Deltawerk an der Gasstraße. Der "Brückenpark", den das Architekturbüro aus Berlin gestaltet hat, ist das verbindende Glied. Für die Stadt Solingen produziert sie eine DVD als Dokumentation zu Solingens Regionale-Projekten. Durch das Interview kam der Kontakt zustande. Lorenz Kehl war sofort angetan von dem alten Industriegebäude an der Gasstraße. Bis 2008 arbeiten wir am Rheinpark in Duisburg, erklärt er. Daher kommt es mir sehr gelegen, hier am Rande des Ruhrgebiets ein Büro zu haben.

Acht Mitarbeiter haben die beiden Gesellschafter Bernd Joosten und Lorenz Kehl inzwischen. Und sie haben an vielen Wettbewerben teilgenommen und auch gewonnen. 2001 sogar den Deutschen Preis für Landschaftsarchitekur für den Lustgarten in Berlin auf der Museumsinsel. Für mich ist das ein Glücksfall, sagt Yvonne Dobrodziej, da ich gerade einen Mieter für mein Büro gesucht habe. Ihr Schwerpunkt sind Firmenporträts.

Kurzer Kommentar: Die junge Filmemacherin Yvonne Dobrodziej als altes Industriegebäude zu ...


So. 11.06.2006

Ausritt zur Wupper

Samstag, 10.06.2006 - Glüder

Auf ausdrücklichen Wunsch der Zweibeiner zeige ich dieses Foto; endlich im Internet.

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Wupperstrand im Brückenpark

Vor 30 Jahren hatte ich einmal eine Modelleisenbahn, ... Warum fällt mir dies jetzt ein?


Sa. 10.06.2006

Flusskrebse oder Bachkrebse

Überreste eines Signalkrebses (Pacifastacus leniusculus)

Gestern berichtete das Solinger Tageblatt über den Signalkrebs in der Wupper. Heute fand ich in Strohn unterhalb der Mündung des Bertramsmühler Baches eine größere Menge dieser Tiere, leider in verstorbener Form.

Der Signalkrebs ist kein einheimischer Bewohner; er wurde in den 60er Jahren des zurückliegenden Jahrtausends von der Westküste Nordamerikas nach Europa gebracht.

Nebenbei bemerkt: Der Balkhauser Kotten ist wieder bewohnt. Nachdem die erst im April 2005 zugezogene Familie Mosbacher am 26. Mai 2006 das Schleiferdenkmal als ein abwechselungsreiches Kapitel in ihrer Familienchronik abschloss, gibt es seit dem 3. Juni einen Nachmieter (Oslender - Knoop - Mosbacher - Schmitz). Wurde im Jahre 2005 der Kustodenwechsel von der örtlichen Presse noch umfangreich begleitet, so schweigt man derzeit. Ein Fotograf und eine Grafikerin wollen sich in nächster Zeit um das geschichtsträchtige Bauwerk kümmern. Wann der museale Teil des Kottens wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird, steht noch in den Sternen. Immerhin steht fest, der Balkhauser Kotten soll an der kommenden Veranstaltung "Solingen 24 Stunden live" im Herbst 2006 teilnehmen.


Fr. 09.06.2006

WM-Start oder kollektive Verblö....?!

Flaggenparade

Kann es sein, dass die über den Fußballstadien fliegenden AWACS nicht nur elektromagnetische Schwingungen absondern?


Do. 08.06.2006

Tag 4

Bezaubernde Brückenreste

Das schwere Baugerät der letzten Wochen und Monate vermisse ich heute erstmals unter der Brücke, dafür stellt sich etwas ein, was eigentlich nicht gewünscht ist: Müll, für den sich keiner verantwortlich fühlt.
Am Sonntag verlangte man für diese Brötchen noch 2 Teuronen, seither freuen sich die Ratten. Die im Hintergrund sichtbaren Dixi-Toiletten sind ebenfalls noch gut gefüllt und wer die Türen unbedarft öffnet, der darf auf eine hohe Hemmschwelle seines Brechreizes hoffen.

Erstmals wurde ein Teil des ausgelegten Rollrasens gemäht und die aufeinandergeschichtete Grauwacke geputzt. Auf der Strecke blieb einiges, was in den letzten Tagen in mühevoller Kleinarbeit angepflanzt wurde.

Wo gehobelt wird, da fallen Späne? Wird sich noch alles einspielen?


Mi. 07.06.2006

B 229

Wer derzeit die Remscheider Straße zwischen Windfeln und Müngsten nutzt, der darf sich auf Wartezeiten einrichten. Im genannten Bereich erneuert der Landesbetrieb Straßen die Straßendecke in Abschnitten von 400 Metern. Wer genauer hinsieht, der entdeckt das alte Kopfsteinpflaster.

Säugende Baggermutter mit ihrem Baggerbaby am 4. Juni 2006

Für meine Stammleser: Am Rande des Brückenzaubers entdeckte ich etwas versteckt unsere bekannte Baggermutter mit ihrem Baby. Die Aufzucht macht Fortschritte, der Farbabgleich hat schon perfekt geklappt.


Di. 06.06.2006

... Brückenzauber I, 2006 und die Presse

8 Aborte für 15.000 oder 30.000 Besucher

Was texteten die Autoren der Bergischen Presse über die zurückliegende Brückenparkveranstaltung?

Remscheider Generalanzeiger
15 000 Besucher: Brückenpark zog nicht nur Zwerge an
Solinger Tageblatt
Über 30 000 Besucher kamen am Sonntag zur Einweihung des Regionale-Projekts. Dank Akkordarbeit wurde bis zuletzt fast alles fertig
Westdeutsche Zeitung
Brückenpark Müngsten: Alphornklänge an der Wupper

Wer mag die Besucher gezählt haben? War es Akkordarbeit oder nur einfache Überstunden, die auf der Zielgeraden zum Erfolg führten?
Auch beim nächsten Foto war zuvor ein Witzbold tätig.

Rasenfläche frisch verlegt! BITTE NICHT BETRETEN!

Mo. 05.06.2006

... Brückenzauber I, 2006

Wer leiht mir sein Ohr? Eines habe ich schon ..

To be continued ...

Auch am heutigen Pfingstmontag konnte der Brückenpark in Müngsten regen Besuch vermelden. Auf den ersten Blick halten sich die gestern angerichteten Schäden in Grenzen. Auffällig - da mit einem handgemalten Schild markiert - die erste Tretmine eines bedürftigen Vierbeiners.

Endlich konnte ich auch die neu angebrachte Infotafel zum Thema Schwebefähre studieren:

Die Schwebefähre über die Wupper

Um die Jahrhundertwende zum Zeitpunkt der Erbauung der Müngstener Brücke fand der Ausflugsverkehr zum anderen Ufer noch mit Kähnen statt.

Seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde in der Bevölkerung und den politischen Gremien der drei Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal die Forderung nach einer Querung der Wupper unter der Müngstener Brücke für Wanderer und Radfahrer immer lauter. Im neuen Brückenpark Müngsten wird nun im Rahmen der Regionale 2006 die Schwebefähre gebaut, die genau dieses Ziel erfüllt.

Unter Schonung der naturschutzwürdigen Landschaft und des großartigen Panoramas der Müngstener Brücke wird eine filigrane Konstruktion die beiden Ufer verbinden. Dadurch wird ein Rundwanderweg Richtung Burg über den Wiesenkotten geschlossen. Der Weg auf der Remscheider Seite ist außerdem für Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, eine bequeme Alternative zu dem Gang über die Zwergenklippen. Der Trampelpfad am Wupperufer Richtung Diederichstempel wird in diesem Zusammenhang gesperrt, weil hier der Schutz der Natur - unter anderem des faszinierenden Eisvolgels - Vorrang hat.

Die Gondel der Schwebefähre wird auf zwei stark gespannten Seilen ähnlich einer Draisine über die Wupper schweben. Der rein manuelle Antrieb kann als besonderes Erlebnis auch von den Fahrgästen selber betrieben werden. Maximal 10 Personen sowie Fahrräder, Rollstühle oder Kinderwagen können gleichzeitig befördert werden. Die Überfahrt dauert etwa 3 Minuten und wird 50 Cent pro Person kosten. Ein Fährmann begleitet die Fahrgäste und betreut die Anlage; für seinen Aufenthalt und den Fahrkartenverkauf gibt es ein kleines Fährhaus an der Solinger Anlegestation. Die Schwebefähre ist eine bisher noch nie gebaute Neuentwicklung. Die erforderliche sicherheitstechnische Prüfung und Genehmigung nach dem Seilbahngesetz Nordrhein-Westfalen ist daher ein komplexer Vorgang.

Betreiber der Schwebefähre ist die Lebenshilfe Werkstatt für Behinderte gGmbH Solingen und deren Integrationsbetriebe. Hier entstehen im Verbund mit der Übernahme anderer Aufgaben - wie Pflege des Parks und Betrieb der Gastronomie - abwechslungsreiche Arbeitsplätze für behinderte und nichtbehinderte Menschen.

Im August 2006 wird die Schwebefähre voraussichtlich in Betrieb gehen und an den Wochenenden 10 - 18 Uhr sowie montags bis freitags 14 - 19 Uhr, bei Bedarf länger, fahren.

Kommentar: Papier ist sehr geduldig!
Zum Zeitpunkt der beschriebenen Jahrhundertwende wurden Kähne in diesem Bereich der Wupper zum Zeitvertreib (Kahnpartie auf der Wupper) genutzt. Wer nur die Wupper queren wollte, dem standen zu dieser Zeit die steinerne 'Napoleonbrücke' in Müngsten und die Gitterbrücke am Wiesenkotten zur Verfügung. Wagemutige nutzten die Bogenbrücke unterhalb der Grunenburg.

Eine von mir in den letzten Tage aufgestellte Behauptung muss ich zurücknehmen. Der letzte Zeuge des Tornados aus dem Jahre 1906 wurde nicht beseitigt, sondern in das Müngstener Rätsel #8 bzw. seine Lösung integriert.


So. 04.06.2006

Brückenzauber I, 2006

Der Möhrenman hat dekoriert

Nachdem am 20. Mai 2006 der Brückenpark offiziell eröffnet wurde, war an diesem Pfingstsonntag die feierliche Übergabe an die Bevölkerung angesagt. Ohne großen Aufwand, dafür mit vielen kleinen liebevollen Details, wurde den Besuchern bei bestem Wetter eine Menge Kurzweiliges geboten. Meine Hochachtung an die künstlerische Leitung (BILLIE).

Zaubergeschichten: Omsisomsi Somsiom Si So
Fern - Seher

To be continued ...


Sa. 03.06.2006

Tarnung

Da gab es am Freitag in der Bergischen Morgenpost (Remscheider Ausgabe der Rheinischen Post) eine bemerkenswerte Fußnote:

Tarnfarbe für den Wohnwagen

Die beiden Wohnwagen auf dem Parkplatz an der L 74 - gelegen fast in Sichtweite des neuen Brückenparks Müngsten - passen nicht so recht ins Bild des Regionale-Projektes, befand jüngst ein auswärtiger Besucher des Bergischen Landes. Wie, so fragte er in einer Mail an das Ratsmitglied Wieland Gühne, wollen Eltern ihren Kindern erklären, dass da am hellichten Tag Kerzenlicht aus der Camper-Türe dringt. Gühne hat prompt eine Idee parat. Wie wäre es denn, wenn man die Bordellwagen (denn um solche handelt es sich) einfach im knalligen Orange der Regionale lackiert. Dann hätte man die Damen praktisch ins Erscheinungsbild der Regionale integriert - und gleichzeitig nocht gut getarnt.

Parkplatz Müngsten
So würden die im Regionale2006-Outfit lackierten Wohnwagen auf dem Parkplatz Müngsten aussehen.

Remscheider Politiker überraschen die Bürger immer wieder mit ungewöhnlichen Gedankengängen. Noch in Erinnerung? Die Müngstener Brücke, ein Weltkulturerbe!

Ich hätte eine andere Frage erwartet: Wer stellt seinen Wohnwagen auf diesem Parkplatz ab?

Nebenbei bemerkt: Könnte es sein, dass eine der in diesen Wohnwagen tätigen Frauen die E-Mail ... nur so ein Gedanke.

Wupperstrand zu Burg nach dem Maihochwasser 2006

Fr. 02.06.2006

Frisch aus der Presse

Alles Käse? Von wegen: Alles Salat! Die Blätter in dieser Skulptur müssen immer frisch sein. Sie werden fast täglich erneuert. Das Herz darf das Personal essen. Foto: Uli Preuss

Da hat mich doch tatsächlich der örtliche Pressevertreter erwischt und das Foto im Solinger Tageblatt veröffentlicht.

Wer gegenwärtige Fotos zum Brückenpark in Müngsten sucht, den muss ich auf Sonntag vertrösten. Das Solinger Tageblatt schwärmte heute:

Dieser Park ist phantastisch angelegt

Unter der Müngstener Brücke bleibt vor und nach der Party am Sonntag noch einiges zu tun. Trotzdem gibt es bereits viel Lob.

(kra) Müngsten hat sich neu erfunden. Um das zu erkennen, muss der Brückenpark nicht erst fertig werden. Zwei Tage, bevor die große Eröffnungsparty unter Deutschlands größter Eisenbahnbrücke steigt, schuften die Bautrupps noch an zahllosen Stellen. Endlose Bahnen an Rollrasen sind noch zu verlegen, Bänke zu verschrauben, Pfosten zu setzen, Flächen zu pflastern. Auf zwölf Stunden Dienst stellen sich die Arbeiter ein, um bis Sonntag das Gröbste zu erledigen. Danach kommt der Feinschliff. Wir werden noch zwei, drei Wochen zu tun haben, schätzt Christian Gaebert vom Landschaftsbau-Unternehmen Benning. Dieses verflixte Wetter! Der Regen hat Gaebert und seine Kollegen zurückgeworfen. Auch die Solinger Firma Riess ist noch schwer im Einsatz.

Doch selbst unter grauem Himmel und im unvollendeten Zustand verfehlen die Reize des Parks nicht ihre Wirkung. Was früher uninspiriert und abgewrackt wirkte, als eine ramponierte Straße an heruntergekommenen Häusern und Buden vorbeiführte, hat sich in einen gepflegten, welligen Grünzug verwandelt - mit Aussichtspunkten an der Wupper, Sitzgelegenheiten, Rätselplatten, die Müngstener Geschichten erzählen, und einem frisch gepflasterten Weg. Wenn das Flatterband weg ist, das derzeit noch das saftige Gras und den weichen Untergrund vor bösen Tritten schützt, können die Besucher an vielen Stellen zum Fluss. Dessen Ufer ist mit Natursteinen eingefasst. Und bald soll eine Schwebefähre die Remscheider Seite mit Solingen verbinden.

Dass hier ein Vorzeigeprojekt der Regionale in überzeugender Form Gestalt annimmt, hat inzwischen auch die schärfste Kritikerin erkannt: Elsa Böhm. Die Betreiberin des Kult-Kiosks ist begeistert. Das wird super. Der Planer muss ein Glücksgefühl empfinden. Ich bin froh, dass die Brücke endlich eine gepflegte Atmosphäre kriegt. Das hat sie verdient. Dem Solinger Original, das sich mit Händen und Füßen gegen das Projekt gewehrt hat, ist die große Erleichterung anzumerken, dass ihr Kampf doch noch ein gutes Ende nimmt. Der Park und ich werden uns schon einig.

Auch viele der Kunden, die am Büdchen eine Tasse Kaffee trinken oder einen Snack kaufen, schwärmen: Mit der Brücke fügt sich das landschaftlich prima ein, meint Karin Roßmeier. Sie besucht Müngsten mehrmals in der Woche. Dieser Park ist phantastisch angelegt, meint eine Wuppertalerin. Seit mehr als einem Jahrzehnt waren sie und ihr Mann nicht mehr hier. Das ist nicht wiederzuerkennen. Sie hofft, dass bald ein guter Gastronom herkommt, argwöhnt allerdings, ob die zu weit entfernten Parkplätze womöglich nicht ausreichen. Karin Roßmeier beschäftigen andere Sorgen. Hoffentlich wird hier nicht alles zertrampelt.

02.06.06

Wenn die in diesem Artikel genannten Aussagen zutreffen sollten, so lebe ich in einer anderen Welt. Mehr will ich zu diesem Thema derzeit nicht anmerken.

Do. 08.06.2006 - Nachtrag
Bin gespannt, was die Tage in der Presse zu lesen sein wird. Die im Artikel genannten Zitate wurden - wie von mir befürchtet - auf die vom Autor gewünschte Botschaft hin passend gekürzt. Oder er hat nicht zugehört, was im hecktischen Redaktionsleben vorkommen kann.

Do. 01.06.2006

Salatkunst

Eröffnung der 60. Bergischen Kunstausstellung im Museum Baden

Bis zum Ende der Ausstellung werden 80 Salatköpfe verkunstet. Das Salatherz ist für das Museumspersonal reserviert.

Hintergrund: Die Tage erreichte mich per E-Mail eine Einladung zu einer Veranstaltung in Solingen. Der Text, etwas bearbeitet, das Foto von mir::

Eröffnung der 60. Bergischen Kunstausstellung

Zum zehnten Mal zeigt das Museum Baden die traditionelle Bergische Kunstausstellung in seinen Räumen. Über 430 professionelle Künstlerinnen und Künstler hatten sich um die Teilnahme beworben. 17 TeilnehmerInnen hat die Jury in diesem Jahr aus einer Vielzahl hochkarätiger Bewerbungen ausgesucht, die in der Ausstellung vertreten sind:

Die heterogene Schau, die traditionell unter keinem vorgegebenen Motto steht, gibt einen Einblick in das vielfältige Kunstschaffen der Region. Viele der teilnehmenden Künstler sind Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie und durch überregionale Ausstellungstätigkeiten bekannt. Es gibt aber auch Neues in der Ausstellung zu entdecken. Die Beschränkung auf relativ wenige Künstler führt zu einer Auswahl, die keinen breiten Überblick über die junge Kunstszene im Großraum des Bergischen Landes gibt. Ziel war es vielmehr aus einer Vielzahl von Bewerbungen die innovativsten und interessantesten Positionen herauszufinden und vorzustellen.
Mitglieder der Jury waren in diesem Jahr:

  • Dr. Gerhard Finckh, Direktor Von der Heydt-Museum, Wuppertal,
  • Hans Knopper, Leiter des Kulturbüros, Solingen,
  • Magdalena Kröner, Kulturjournalistin, Autorin, Düsseldorf,
  • Klaus Küster, Direktor, Städtische Galerie, Remscheid,
  • Kathrin Luz, Kunstkritikerin und -kommunikatorin, Köln,
  • Carl Friedrich Schröer, Journalist, Kunstkritiker, Bonn, Düsseldorf,
  • Gisela Elbracht-Iglhaut, Stellvertretende Leiterin, Museum Baden, Solingen

Der mit 3500 € dotierte 60. Bergische Kunstpreis der Deutschen Bank geht in diesem Jahr an den Künstler Sven-Ole Frahm (geb.1972). Sven-Ole Frahm hat sein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie als Meisterschüler von Prof. Hubert Kiecol absolviert und erhielt 2003 den Villa Romana Preis, Florenz.

Sven-Ole Frahm

In der Ausstellung sind außerdem vertreten:

  • Tanja Bogo
  • Christian Forsen
  • Sabrina Fritsch
  • Mechthild Hagemann
  • Tobias Hantmann
  • Jan Kolata
  • Hans-Willi Notthoff
  • Heike Pallanca
  • Jun-Ho Park
  • Magdalena von Rudy
  • Gregor Russ
  • Andreas Schön
  • Carina Spanu
  • Anja Vormann und Gunnar Friel (Gemeinschaftsarbeit)
  • Eva Weinert

Die Bergische Kunstausstellung wird vom 1. Juni bis 27. August 2006 im Museum Baden in Solingen präsentiert. Parallel präsentiert die Städtische Galerie Remscheid vom 11. Juni bis 30. Juli 2006 eine Werkauswahl aller teilnehmenden Künstler.


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